Norddeutsche Rundschau vom 21. 9. 2001, Seite 18

 

Besdorfer Meierei wird wieder genutzt

Mit Käse zu neuem
Leben erweckt

BESDORF (we)

Für die Besdorfer war sie so etwas wie ein Wahrzeichen: die 1914 von 32 Landwirten gegründete Meierei-Genossenschaft. Doch wie vielerorts musste auch die Besdorfer Meierei infolge des Strukturwandels in der Milchwirtschaft 1972 ihren Betrieb einstellen.

Das Gebäude wechselte nach der Schließung häufig den Besitzer oder es stand leer. Doch dieser Zustand gehört jetzt der Vergangenheit an. In dem äußerlich kaum veränderten Gebäude riecht es wieder nach Milch und Käse. Dass das so ist, verdanken die Besdorfer Markus und Sibylle Kober, einem jungen Ehepaar aus Hamburg, das mit Söhnchen Fabian in dem alten Meiereigebäude die für sie idealen Räumlichkeiten gefunden hat.

»Kober’s Käse-Spezialitäten« sind auf den großen Öko-Wochenmärkten in und um Hamburg längst zu einem festen Begriff geworden. In der renommierten Fachbroschüre »Der Feinschmecker« wird Kobers Käsestand als kompetent und das Käsesortiment als sorgfältig ausgesucht beschrieben.

Nicht nur für die Hamburger, auch für die Besdorfer ist die Meierei nun wieder eine erste Adresse für den Käseeinkauf. An jedem Donnerstag, in der Zeit von 17 bis 19 Uhr, wird direkt vom Meiereihof aus verkauft. Dann kann zum Käse auch gleich der passende Wein, zur Zeit bevorzugt Federweißer, bei Kober geordert werden.

Im Innern des Hauses ist vieles modernisiert worden, doch auch einiges erhalten geblieben. So ist neben der hochmodernen Elektroanlage noch der alte Heizkessel zu bewundern, der früher einmal mit Kohle beheizt wurde. In den modernisierten früheren Reiferäumen verströmen große und kleine Käselaibe ihren typischen Duft. Insgesamt 110 verschiedene Käsesorten vertreibt Kober. Viele auch aus der heimischen Region.

»Denn«, so Kober, »es gibt bei uns auch andere Sorten als nur Wilstermarsch oder Tilsiter.« Betont wird von dem Käsefachmann, dass alle Käse aus Rohmilch und aus ökologischer Erzeugung hergestellt werden.

»Damit«, freute sich Bürgermeister Hermann Wulff, »ist der ursprüngliche Bestimmungszweck wieder in das alte Meiereigebäude zurückgekehrt.«

Norddeutsche Rundschau vom 21. 9. 2001, Seite 18

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