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Der Roquefort aus Hohenlohe Roque blueAngefangen hat alles ganz klein: Mit einem Hektar Land, einer gepachteten Althofstelle und einer Hand voll Milchschafe für den Eigenbedarf. Heute liefern achtzig Tiere Milch für Nobert Fischers »Roque blue«. Und es sollen noch mehr werden …
Vor 21 Jahren zogen Berit und Norbert Fischer in das alte Bauernhaus in Langenburg, eine halbe Stunde nördlich von Schwäbisch-Hall, das sie bis heute pachten. »Der Hof stand leer, der Käsekeller war halb voll mit Erde«, erinnert sich Norbert Fischer. Aber daran, eine Käserei einzurichten, dachte das junge Paar damals nicht. Ein Gärtnerhof sollte es sein: Von den Früchten des eigenen Hofs als Selbstversorger zu leben, war das Ziel. Berit Fischer verkaufte selbstgetöpfertes Geschirr, ein paar Schafe versorgten die Familie mit Milch. Ein idyllisches »Aussteigerprojekt« im Jagsttal, dort wo sich Fuchs und Hase »Grüß Gott« und »Ade« sagen. Ein Teil der Milch wurde auch verkäst, und als Liebhaber französischer Käse musste sich Norbert Fischer am Roquefort versuchen. Sein »Roque blue« ist heute der »Star« der Käserei – nicht nur, weil Hofkäse mit Blauschimmel in Deutschland immer noch selten sind. Etwas mehr Süße, etwas weniger Salz, das unterscheidet den Roque blue vom Roquefort. Immer wieder erleben wir, dass Kunden zunächst zögern, wenn wir Fischers’ Käse als Alternative zum Franzosen vorschlagen. Doch viele sind schließlich dem Hohenloher treu geblieben, der wie sein Vorbild aus Rohmilch gekäst wird.
Die Milch zu pasteurisieren, kam für Norbert Fischer nie in Frage: »Die Mikroorganismen in der Milch, das sind doch unsere Handwerker!« Sie sorgen erst für den intensiven Geschmack. Der Käse kam an, zunächst im Freundeskreis, dann auch im Dorf. »Schließlich hängten wir ein Schild an die Hofeinfahrt: ›Schafkäse‹.« Das Schild hängt dort immer noch. Schnell war die Herde auf dreißig Schafe gewachsen; im alten Gewölbekeller reiften die Käse ganz ohne Klimaanlage, nur im Winter musste ein wenig geheizt werden. Und Norbert Fischer molk immer noch ohne Maschine. »Ich bin halt begeisterter Handmelker«, sagt er und streicht sich den inzwischen ergrauten Bart, »wenn Du morgens da sitzt und die Vögel zwitschern – der Lärm der Maschine kann da nicht mithalten.« Aber die Herde wurde größer, bald kamen auch Fischers nicht mehr um eine Melkmaschine herum.
Heute weiden die Schafe bis weit ins Jagsttal hinein. Bunte Wiesen ziehen sich hier an den Hängen hoch bis zum Wald: Naturschutzgebiet. Fischers’ Schafe betreiben Landschaftspflege, sie halten die empfindlichen Trockenhänge frei von Baumbewuchs – obwohl Milchschafe eigentlich als anspruchsvoll gelten. »Aber ich züchte sie auf Widerstandsfähigkeit«, erklärt Norbert Fischer. Nur die kräftigsten Tiere bleiben in der Herde, die bis in den Hochwinter hinein unter freiem Himmel lebt. Jetzt, im Spätsommer, werden die Mutterschafe morgens und abends zum Hof getrieben. Im Schnitt gibt die Herde pro Tag 150 Liter Milch. Auf dem alten Hof ist es inzwischen zu eng geworden: »Natürlich sind die alten Gebäude wunderschön.« – Naturstein, Fachwerk, strahlender Putz, Fensterläden, »aber eben auch: wenig Platz, viele kleine Winkel, lange Laufwege.« Fischers beginnen dieses Jahr mit einem Neubau, ein paar Kilometer von der alten Hofstelle entfernt. Ein großer »Landschaftspflegehof« soll es werden, mit Schaukäserei, Schulungsräumen und Heuhotel – und Platz für 150 Schafe. Doch bei aller Innovation bleibt Fischers’ Motto: »Es geht um den Käse!« Und daran wird sich auch auf dem neuen Hof nichts ändern. Besuchen Sie den Schafhof Fischer im Netz. |